Allgemein

 

Aus Anlass des 95-jährigen Bestehens des Fußballsports in Lützen wollen wir einen Einblick in den Entwicklungsweg dieser Sportart in unserer Stadt geben.

 

wird jährlich aktualisiert

 

 

1909 bis 1919

Entsprechend den Aufzeichnungen des Sportfreundes Waldemar Reuschel, welcher 1997 93-jährig als Ehrenmitglied unserer Abteilung verstorben ist, und einer Unterlage einer Jubiläumsstiftung von 1929 zu Folge, wurde am 1. Mai 1919 unter der Initiative der Sportfreunde Otto Graumann, Paul Schirrmeister, Paul Schwarze und Rolf Meyer der „FC Eintracht Lützen“ gegründet. (Eine Originalehrennadel befindet sich noch heute im Besitz der Abt. Fußball.) Dies geschah 20 Jahre nach Einzug des Fußballsports in Deutschland. Bis zum Jahr 1919 war in Lützen der Fußballsport noch ziemlich unbekannt. Wohl hatte dieser und jener gelegentlich einem Fußballspiel zugesehen, war man sich über Zweck und Bedeutung dieses Sportes nicht recht klar. Herr Otto Graumann (früher FC Ammendorf 1910) gründete mit den Interessenten in einer im „Goldenen Adler“ einberufenen Versammlung den Fußballclub. Die anwesenden 13 Sportfreunde beschlossen am 1. Mai 1919 die Gründung des FC Eintracht. Auf Anregung schloss man sich dem bestehenden hiesigen Turnverein als Spielriege an, was sich bald als hemmend erwies. Eintracht trat deshalb nach kurzer Zeit als selbständiger Verein ins Leben, um sich später dem VMBV anzugliedern. Aus freiwilligen Gaben wurden die ersten Spielgeräte angeschafft. Die Platzfrage wurde ziemlich günstig gelöst, da im Martzschpark ein kleiner idyllisch gelegener Platz vorhanden war. Wenig später entwickelte sich aus dem damaligen Arbeiterturnverein ungestüm der F.C. „Sportlust“ Lützen, um den sich die Sportfreunde Emil Fritzsche, Otto Gärtner, Wilhelm Gräfe, Heinrich Petri, Fritz Patzschke, Karl Rothe, Otto Taubert verdient gemacht haben. Gespielt wurde damals auf dem Rundteil im Martzschpark, nachdem der Widerstand der Stadtverwaltung gegen den „rohen“ Sport nach längeren Verhandlungen beseitigt worden war. (Siehe Bild Spielszene) Die Akteure mussten allerdings in Kauf nehmen, dass in der Mitte des Spielfeldes ein großer Baum stand. Der „Frevel“, der in einer dunklen Nacht dem Baum das „Leben“ kostete, wurde namentlich von der Sport treibenden Jugend vergessen. Heute kann keiner mehr sagen, wer es war. Harmonisch wurde der Platz von den Vereinen „Sportlust“ und „Eintracht“ genutzt und mit Genugtuung kann heute festgestellt werden, dass es wegen der Platzbesetzung nie zu kleineren Reibereien kam. Es wurde auch berichtet, dass die Tore, bestehend aus Holzstangen, vor den Spielen auf- und nach den Spielen wieder abgebaut werden mussten. Eingelagert waren die Materialien in der Parkgaststätte, die sich zu damaliger Zeit schon am heutigen Standort befand. Vor dem stand ja die erste Parkgaststätte dort, wo heute der Parkplatz am Denkmal ist.

 

1920 bis 1947

Ab 1920 beteiligten sich die Fußballer an den Verbandsspielen mit wechselndem Erfolg. Aber Höhepunkte gab es nicht zu verzeichnen. In den nachfolgenden Jahren musste der Fußballsport in Lützen, bedingt durch wirtschaftliche Not, Arbeitslosigkeit und Inflation wieder schwere Rückschläge hinnehmen. Hell leuchtete aber der unbeugsame Wille der damaligen Aktiven, durch Spenden, Umlagen und Opfer, den einmal beschrittenen Weg fortzusetzen. Langsam erholte sich der Sport und so mancher schöne Erfolg stellte sich ein. Mit der Machtergreifung Hitlers erfolgte in Lützen die Gleichschaltung der Sportler. Wieder drohte alles, was in der Arbeitersportbewegung mühsam aufgebaut war, zusammenzubrechen. Nur der Gruppe verständnisvoller und fußballbegeisteter Menschen aus beiden Lagern war es zu verdanken, dass der Fußballsport in Lützen durch das Zusammenfügen der Kräfte, von der rein sportlichen Seite betrachtet, eine kurze Blütezeit erlebte. Wohl niemand ahnte damals, welchen Preis, welche Opfer und wie viel Schmerz die Menschen damals dafür zahlen mussten. Über 80 lebensfrohe, junge Sportfreunde wurden durch den wahnsinnigen Krieg dahingerafft. Einige Sportfreunde gerieten an den unterschiedlichsten Kriegsschauplätzen in Gefangenschaft, wurden schwer verletzt und kehrten viele Jahre nach dem Krieg erst nach Hause zurück. Stellvertretend sind an dieser Stelle Walter Zeigermann, Kurt Kleeberg, Karl Hennicke, Erich Böttcher genannt. Typisch war das Schicksal des Sportfreundes Kleeberg, der vor dem Krieg seine Laufbahn in Markranstädt begann, auf Grund seiner sportlichen Leistungen vom damaligen Nationaltrainer Sepp Herberger Einladungen zu Trainingslehrgängen in Vorbereitung von Länderspielen erhielt und in der Gauauswahl Sachsen mit Schön spielte. In den Kriegsjahren überbrückten die Verantwortlichen den Spielermangel durch die Fusion mit den Sportfreunden aus dem befreundeten Großgörschen. Auch dies war Ausdruck schöner Sportfreundschaft. Nach dem Krieg begann sofort wieder ein verheißungsvoller Aufbau unseres Fußballsports. Durch die Hereinnahme junger Kräfte in die erste Mannschaft, durch zielbewusstes Training und gute Leistungen besaß Lützen bald eine geachtete Fußballelf, der sich manche Mannschaft höherer Spielklasse beugte. In dieser Zeit wurde am Punktspielbetrieb in Merseburg teilgenommen. Die Sportfreunde Taubert und Fritzsche waren führend an der Gestaltung des Fußballsports tätig. Das Angebot an Spielern war noch immer wenig, um durchschlagende Erfolge zu erzielen.

 

1948 bis 1988

Ab September 1948 stabilisierte sich das Geschehen und die Mannschaften spielten nach der neuen Kreisaufteilung auf Antrag im Kreis Leipzig um die begehrten Punkte. Die I. Mannschaft bestand zu damaliger Zeit aus den Spielern Bauer, Fröhlich, Beuermeister, Beyer, Stock, Neidel, Rudloff, Engelmann, Meißner, Graneist, Willnow, Nitzsche, Schmalz, Klauß. Das II. Männeraufgebot stand der I. Mannschaft wenig nach und bestand aus den Spielern Müller, Ritschke, Sachse, Sußdorf, Koslow, Triller, Albrecht, Skripitz, Kötteritzsch, Kleeberg, Mehnert. Einige Spieler, die in diesen Jahren aus der Kriegsgefangenschaft kamen, verstärkten die Männermannschaften. So war in diesen Jahren ein reger Punkt- und Freundschaftsspielbetrieb zu verzeichnen. Als SG Lützen wurden bis Naumburg, Merseburg, Zwenkau, Zeitz und Leipzig erfolgreiche Freundschaftsspiele durchgeführt. Ein großer Erfolg war das Spiel gegen die Vertretung von Magdeburg-Sudenburg, welches am 2.5.1948 ausgetragen wurde und mit 4:2 für die Lützener endete. 1956 steigt die I. Mannschaft in die Bezirksklasse Leipzig auf, in welcher sie bis 1960 spielte. In diesen Jahren spielten die Sportfreunde Hahn, Burau, Hofmann, Beyer, Franke, Willnow R. u. G, Födisch, Papra,Jäger, Müller, Finsch, Poppe, Hermann, sachse, Bleschka, Gätner, Habicht, Hammer in der I. Vertretung. Als Bezirksklassereserve stellten sich die Sportfreunde Lorbeer, Schmidt I u. II, Panse, Lathan, Schulze, Mieß, Sußdorf, Krteschmar, Bödel, Krakow, Lorenz dem Punktekampf. In diesen Jahren leisteten Weinhold und Kleeberg eine gute Sektionsarbeit. Die Sportfreunde Fröhlich, Klauß und Willnow, Gerhard spielten einige Zeit bei ZSK Industriewerk Leipzig (nachfolgend BSG Chemie Leipzig, heute FC Sachsen Leipzig). Der Sportfreund Jäger, Heinz spielte später beim 1. FC Lokomotive Leipzig (Oberliga, jetzt VfB Leipzig). Das war gleichzeitig Ausdruck der Spielstärke der 50-iger Jahre. Infolge der Reduzierung der Bezirsklassestaffeln musste die Mannschaft von Empor Lützen (bis 1954 als SG Lützen spielend) die Bezirksklasse als 7. Platzierter verlassen und in die I. Kreisklasse des Stadtkreises Leipzig eintreten. In den darauf folgenden Jahren, wiederholt unter den Übungsleitern Jäger, Heinz, Willnow, Gerhard und Ahlsdorf, Hans die Aufstiegsrunde erreicht, langte es aber am Ende immer nicht zum Aufstieg. Auch die Einbeziehung einiger Spieler (Wolf, usw.) aus Markranstädt Ende der 70-iger Jahre unter dem Übungsleiter Bordusa, Lothar brachte keinen Erfolg. In den Nachwuchsbereichen gab es manch schönen Erfolg sowie hervorragenden Fußball. Denken wir an solch schöne Fußballturniere, wie an das Knabenturnier 1973, an dem die Vertretungen FC Carl Zeiß Jena, FC Chemie Halle, Chemie Leipzig, Chemie Böhlen, Chemie Zeitz teilnahmen. Höhepunkte waren ebenfalls die Veranstaltungen aus Anlass des fünfzig- und sechzigjährigen Bestehens des Fußballsports in der Stadt Lützen. Ein Tief erreichte der Männerfußball nach dem Jahre 1979, da durch den Abgang einiger Leistungsträger die I. Mannschaft geschwächt in den Punktspielbetrieb ging und 1981 aus der 1. Kreisklasse des Stadtkreises Leipzig ausscheiden sollte. Aufgrund der Neubildung der Stadtklasse verblieb die Mannschaft von Empor Lützen jedoch in der 1. Kreisklasse und erreichte in den letzten Jahren jeweils 2. Tabellenplätze mit einem Punkt Rückstand bzw. schlechterer Tordifferenz. Ausscheidungsspiele mit den Zweitplatzierten der zweiten Staffel wurden wiederholt erfolgreich gestaltet, brachten aber für die I. Vertretung aufgrund der Auf- und Abstiegsregelungen in den höheren Spielklassen nicht den erhofften Aufstieg, da es immer wieder um die Frage ging, wenn die Mannschaft oben nicht absteigt und die andere Mannschaft aufsteigt, dann wäre der Aufstieg möglich. Hier zeigte sich wiederholt, dass nur der sicher den Aufstieg erreicht, welcher die notwendigen Punkte aus eigener Kraft erzielt. Die II. Mannschaft erreichte 1980 den Aufstieg in die II. Kreisklasse, musste diese jedoch ein Jahr später durch fehlende Spieler wieder verlassen. Die AH-Mannschaft, die vom Sportfreund Böttcher, Erich betreut wurde, spielte bis 1983 recht erfolgreich und gewann 1981 den Kreispokal. Infolge fehlender Spieler musste im März 1983 die AH-Mannschaft aus dem Wettspielbetrieb genommen werden. Erfreulich war die Neubildung der Schüler- und Knabenmannschaft. Diese fielen dem Mangel an Übungsleitern zum Opfer. Das Spieljahr 1883/84 war, außer für die Juniorenmannschaft, der es an Spielern fehlte, erfolgversprechend. In den Jahren 1981 waren die Sportfreunde Willnow, G., Peters sowie Sußdorf für die Sektionsarbeit zuständig. 1982 übernahm, nach vorheriger Führung der I. Mannschaft durch die Sportfreunde Hofmann und Lorenz, Peters Arnd diese. Die 2. Mannschaft wurde vom Sportfreund Benndorf aus den Händen des Sportfreundes Schmoranzer (1975-1982) übernommen und die Sektionsarbeit wurde ab da durch die Sportfreunde Hennicke, Karl (Kassierer), Hennicke, Willfried (Technischer Leiter), Hofmann, Rolf (Jugendleiter), Schmoranzer, Herbert (Sektionsleiter) und Willnow, Gerhard (Stellvertreter) übernommen. Durch die Übernahme der I. Mannschaft durch den Sportfreund Peters, Arnd wurde erfreulicherweise eine Stabilisierung der Leistungen erreicht. Durch intensive Arbeit und höhere Leistungsbereitschaft aller Spieler und den Einsatz talentierter Juniorenspieler (Richter, Röhrig, Peters, R. usw.) konnte im Spieljahr 1983/84 ein erheblicher Leistungsanstieg der I. Mannschaft erreicht werden. Der Aufstieg in die Stadtklasse war der Lohn für die neu formierte Mannschaft. Durch weitere zielstrebige Arbeit der gesamten Mannschaft konnte der Leistungsanstieg auch im Jahr 1984/85 weiter fortgesetzt werden. Erstmalig gelang einer Lützener Mannschaft, nach langer Durststrecke, die Erringung der Stadtmeisterschaft des KFA Leipzig-Stadt und die Berechtigung zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen der Bezirksklasse Leipzig. Lange vor den Aufstiegsspielen wurden in der damaligen Leitung, Sportfreund Schmoranzer übernahm 1982 nachfolgend für den Sportfreund Willnow, Gerhard die Sektion Fußball, die Aufstiegschancen und die materiellen Aufwände abgewogen. Da der Fußball in unserer Vereinsgröße zu keiner Zeit auf Rosen gebettet war, galt es alle Kräfte für das gemeinsame Ziel zu mobilisieren. Beginnend mit den Spielern, unseren treuen Anhängern, dem Kassierer Hennicke, Karl, dem Mannschaftsarzt Dr. Müller, Ullrich usw. war eine Meinung zu hören. Wenn die Mannschaft den Aufstieg schafft, soll sie jegliche Unterstützung bekommen, um in der Bezirksklasse zu spielen. So gelang nach 19 Jahren wieder einmal einer Lützener Mannschaft der Sprung in die Bezirksklasse. Denn schon bei den Aufstiegsspielen kam es zu packenden Auseinandersetzungen mit nachfolgenden Ergebnissen: Lützen - Großlehna 2:2, Naunhof – Lützen 1:4, Lützen – Lok. Döbeln 2:0, Lützen – Trakt. Hainichen 1:2, Mit diesen Ergebnissen wurde der Aufstieg frenetisch gefeiert. In der Mannschaft, welche innerhalb von zwei Jahren den Aufstieg von der Kreisklasse über die Stadtklasse in die Bezirksklasse schaffte, spielten im Tor. Bosse, G., Willnow, R., in der Verteidigung: Beyer, Fr., Blaudschun, J., Rudloff, P., Böttcher, B., Willnow, O., Köhler, J., Richter, U. und im Mittelfeld und Sturm: Langner, Th., Korbitzsch, H., Peters, R., Röhrig, J.-P., Weise, J., Luft, R., Luft, Th., Franke, W. Als Übungsleiter und Betreuer fungierten Peters, Arnd, Schwarze, Hans-Jörg, und Dr. Müller. Zu diesem Zeitpunkt tauchten wieder Spielernamen der Väter auf, die in den 50-iger Jahren ähnliche Erfolge erzielten. Mit dem Aufstiegsteam sowie dem Neuzugang Lorenz ,Heiko von der SG Meuchen ging es in die Bezirksklasse. Allen war klar, dass der Klassenerhalt sehr schwer sein würde. Dank der Unterstützung der damaligen LPG-Leitung vor allem Herrn Peisker, Bernd konnten fahrtechnische Probleme gelöst und finanzielle Mittel beschafft werden, denn von der damaligen Zuckerfabrik (ehemaliger Trägerbetrieb der BSG) waren nur materielle Dinge, wobei sich vor allem Sportfreund Kleeberg, Kurt, der in der Zuckerfabrik beschäftigt war, einsetzte, zu bekommen. Die damaligen Direktoren der Zuckerfabrik waren nicht gerade sportfreundlich. Man investierte kräftig in die Modernisierung, um den Betrieb nach der Wende trotzdem wegzureißen, wer konnte diese Entwicklung damals erahnen. Im Verein wurde in dem Jahr jede Mark benötigt, um die notwendigen Bedingungen für den Spielbetrieb zu schaffen. Die von Sportlern geleisteten Aufbaustunden wurden staatlich durch die Zahlung von 5,- Mark abgegolten. 2,- Mark blieben davon mit Einverständnis in der Vereinskasse. Die Jahresfeste wurden selbst organisiert und Erlöse in die Vereinskasse eingebracht. Die Bezirksklassenspiele des Jahres 1985/86 mussten bis zu 120 km Entfernung vom Heimatort ausgetragen werden. Döbeln, Rosswein, Frohburg, Altenburg usw. waren zu damaliger Zeit in der Staffel mit ihrer ersten Garnitur vertreten. So wurden bei Wochentagsspielen, die durch Spielausfälle im Winter entstanden, Freistellungsanträge an die Arbeitsstellen der Spieler geschrieben, um den Spielbetrieb abzusichern. Von der Seite der Betriebe kam fast immer das Einverständnis. Ohne hier einzelne Spielergebnisse aufzuführen, sollte das Ergebnis des Spieljahres als Markstein in die Lützener Fußballgeschichte eingehen, denn durch den hohen Einsatz aller Spieler wurde nach Abschluss des Spieljahres der 14. Platz mit 26 Pluspunkten (2 Punkteregelung) erreicht, welches nicht den direkten Abstieg bedeutete. Trotz dieser Platzierung und der nicht enttäuschenden Leistung der Mannschaft wurde aufgrund der Regelung des BFA Leipzig, denn Chemie Leipzig schaffte nicht den Aufstieg in die Oberliga und die Junioren von Chemie Leipzig, die in der Staffel auf einem vor uns liegenden Platz eingingen, wurden weiter in die Bezirksklasse eingestuft sowie die II. Mannschaft vom 1. FC Lok Leipzig schaffte nicht den Aufstieg in die DDR-Liga, unsere Mannschaft zum Abstieg in die Stadtklasse Leipzig verurteilt. Die Tragik des Ablaufs ist schon Grund genug, um es vereinsgeschichtlich festzuhalten. Nach dem guten Jahr kam, wie sollte es auch anders sein, die saure Gurkenzeit. Im Spieljahr 1986/87 wurde der 3. Platz, 1987/88 der 6. Platz und nach Abschluss des Spieljahres 1988/89 der abstiegsbedrohende 12. Platz belegt. 1987 wurden die Gedanken, bedingt durch Unstimmigkeiten mit den Pächtern der langjährigen Vereinsgaststätte „Schützenhaus“ (Fam. Kitze), sie wurde 1975/76 mit Hilfe der Sportler modernisiert, zum Bau eines Vereinshauses auf dem Sportplatzgelände immer lauter. Nach der bautechnischen Genehmigung, sowie der Freigabe der finanziellen Mittel, wurde 1987-1989 der Gaststättenkomplex sowie ein Teil der Umkleideräume gebaut bzw. erneuert. Von Vorteil war, dass wir den damaligen Bürgermeister (Herr Köhler, Lutz) für unsere Sache begeistern konnten. Über den Sportfreund Kleeberg, Kurt wurden durch die Zuckerfabrik Materialien und über die LPG und das ACZ Fuhrleistungen und vom VDGB Mittel für die Möbelierung zur Verfügung gestellt. Viele Stunden wurden für das Kleinod geleistet, obwohl noch keiner erahnen konnte, dass mit dieser Einrichtung wieder einmal eine Überlebenschance des Fußballsports gegeben sein sollte.

 

1989 bis 1998

Bedeutend für den Fußballsport in Lützen sollte sich das Jahr 1989 erweisen, da sich ein Übungsleiterwechsel sowie ein Wechsel des Spielbereiches abzeichnete. Zudem stand das 70-jährige Fußballjubiläum an. Als neuer Übungsleiter übernahm Sportfreund Lorenz, Klaus die I. Mannschaft, da Sportfreund Peters, Arnd aus persönlichen Gründen sein Amt aufgab, und bedingt durch den aufkommenden Fahrzeugverkehr durch die Entstehung des Stadtgebietes Leipzig-Grünau, sowie den Ausstieg der damaligen PGH Quesitz bei der fahrtechnischen Unterstützung (Herr Schmidt als langjähriger Fahrer besonders für den Nachwuchsbereich, mit dem aufgestockten LKW, konnte die erhöhte Fahrzeit persönlich nicht mehr aufbringen.) wurde der Beschluss gefasst, ab dem Spieljahr 1989/90 mit allen Mannschaften im Kreis Weißenfels zu spielen. Viele negative Erwartungen für den Fortgang des Spielbetriebes wurden uns entgegengehalten, da spielkulturell und vom Spielbetrieb her im Stadtbereich Leipzig eine feinere Klinge geschlagen wurde. Der Start in der Kreisklasse Weißenfels 1989/90 ergab eine Platzierung unter den besten Mannschaften des Kreises Weißenfels. Turbulent ging es im Jahr 1989/90 zu, denn durch die Wende gingen einige Spieler schon vor der Grenzöffnung über Ungarn in die alten Bundesländer. Mit aller Kraft wurden die Mannschaften immer wieder formiert. Zudem ergab sich, dass die Unterstützung der LPG, der Zuckerfabrik sowie der Stadt wegfiel. Man musste mit den sich im Jahr 1990 beginnenden Privatisierungen von Unternehmen und Geschäften auseinandersetzen. Sportgemeinschaften wurden rechtlich als selbstständige Vereine umgewandelt.

So kam es auch in Lützen zur Neugründung des Vereins. Die Frage war dahingehend gestellt, ob die ehemalige Sportgemeinschaft insgesamt erhalten oder sich die Sektion Fußball selbständig als Verein gründen sollte. Unter Führung von Wolfgang Franke und Arnd Peters entschieden sich alle Sektionen für einen gemeinsamen Verein mit einzelnen Abteilungen. Der Verein trägt seit dem Jahr 1990 den Namen, angelehnt an den ursprünglichen Namen, Turn- und Sportverein Eintracht Lützen e.V. (TSV Eintracht Lützen e.V.). 1990 begann erstmalig die Sponsorensuche, um die finanziellen Mittel für den Spielbetrieb aufzubringen sowie die Beitragssätze wurden durch das Vereinsstatut geregelt. Es war keine zentrale Institution mehr da, welche eine finanzielle Basis mehr vorgab. Mit kleinen Sponsoren wurden die notwendigen Mittel aufgebracht. 1990/91 wurde durch den Kreismeistertitel die Aufstiegsrunde zur Bezirksklasse erreicht, so dass nunmehr nach 6 Jahren Pause wieder Bezirksklassenfußball in Lützen geboten werden konnte. Auch diesmal erwiesen sich die Aufstiegsspiele als schwere Brocken, denn man musste sich mit starken Mannschaften von Empor Halle (heute VfL Halle), Schafstädt und Rothenschirmbach auseinandersetzen. Viele Fans fuhren damals mit zu den Aufstiegsspielen. Besonders möchten wir an das Spiel in Schafstädt erinnern. An dem Tag weilte die Partnermannschaft der II. Mannschaft aus Dissenchen (Cottbus) in Lützen. Auf Grund der Bedeutung des Spiels luden diese Sportfreunde ihren 17-ner Robur-Bus voll und fuhren mit nach Schafstädt und unterstützten unsere Mannschaft eindrucksvoll. Seit 1984 besuchen sich die II. Mannschaft sowie die Cottbuser abwechselnd jedes Jahr. Mit aller Unterstützung wurde im Jahr 1991 der Kreismeistertitel, der Bezirksklassenaufstieg sowie der Kreispokal gewonnen. Das Punktspieljahr verlief mit unterschiedlichen Erfolgen, wobei aber keine Leistungsstabilisierung erreicht werden konnte, so dass bis zum letzten Spiel um den Klassenerhalt gekämpft werden musste. Keine geringere als die Mannschaft von Braunsbedra trat am 16.05.1992 zum letzten und entscheidenden Spiel auf der Sportanlage in Lützen an. Nur ein Sieg über die Lützener konnte den Braunsbedraern den Staffelsieg vor der Mannschaft aus Leuna sichern. Die Mannschaft aus Braunsbedra zeigte sich, wie von allen erwartet als haushoher Favorit, so dass die Lützener Mannschaft das Spiel bis zum Schluss offen hielt. Da unsere Mannschaft schon in den vergangenen Meisterschaftsjahren für Schlussspannung sorgte, sollte auch diesmal eine beigemischt sein, denn beim Stande von 2:3 konnte in der 89. Minute ein Strafstoß nicht verwandelt werden. Tot unglücklich und nicht tröstlich war Frank Beyer, der als jahrelanger zuverlässiger Spieler zum 11 Meter antrat und nicht verwandeln konnte. Denn das mögliche 3:3 hätte für unsere Mannschaft den Klassenerhalt und für Leuna den Staffelsieg bedeutet. Die Punkte, die hier am Ende fehlten, wurden teilweise durch undiszipliniertes Verhalten einiger Spieler vor dem letzten Spiel verschenkt.Als Übungsleiter waren Lorenz, Klaus und als Betreuer Bosse, Günter tätig. Medizinisch unterstützte, wie schon über Jahre hinweg, Dr. Müller, Ullrich die Mannschaft. Nach Unstimmigkeit mit einigen Spielern beendete Lorenz, Klaus nach Saisonschluss die Übungsleitertätigkeit. In dieser Mannschaft spielten Jäger, H., Bosse, G., Weise, H-J., Beyer, Fr., Felker, B., Knötzsch, A., Langner, Th., Röhrig, J-P., Walther, Peter, R., Luft, R., Luft, Th., Lorenz, H., Kraak, V., Baum, A., Wiesehügel, Fr., Herrmann, R., Willnow, O., Christoph, K. Ab Herbst 1993 wurde im Hinblick auf die Kreisstrukturreform die Kreisliga, die 1. und 2. Kreisklasse zusammen mit dem Kreis Hohenmölsen gebildet. Die I. Mannschaft spielte in der Kreisliga und die II. Mannschaft, auf Grund ihres guten Abschneidens im Spieljahr 1992/93, in der 1. Kreisklasse . In der Saison 1992/93 und 1993/94 wurde die Mannschaft vom Sportfreund Hennicke, Willfried und als Betreuer Barth, Uwe betreut. Die II. Mannschaft wurde weiterhin durch den Sportfreund Benndorf, Andreas betreut. Sportfreund Hennicke, Karl schied als Abteilungskassierer aus und der Sportfreund Jäger, Rudi konnte für dieses Amt gewonnen werden. Für den Sportfreund Hennicke, Willfried als Schriftführer wurde Sportfreund Franke, Jürgen tätig. Seit 1990 fand jährlich, dass von ehemaligen Lützenern Frauenheim, Eckhardt und Franke, Alfred ins Leben gerufene Pfingstturnier statt. Ein besonderer Höhepunkt war 1994 das gemeinsam begangene 725 Jahre Stadtjubiläum sowie das 75-jährige Fußballjubiläum. Nach der 700 Jahrfeier 1969 war dieses Fest mit seinem historischen Umzug sowie den sportlichen sowie kulturellen Veranstaltungen wirklich diesem Jubiläum würdig. 1500 Besucher sollen dabei in der Stadt gewesen sein. Im Fußballbereich gab es mit interessanten Gegnern Vergleiche. Die AH-Mannschaft spielte gegen die Lok-Traditionsmannschaft aus Leipzig. Zu Gast waren die Mannschaften aus Cottbus (Dissenchen II. Mannschaft) sowie aus Langenalp (Schwarzwald). Auf dem Kleinfeldplatz waren Fahrgeschäfte sowie Verkaufseinrichtungen von Schaustellern sowie ein riesiges Festzelt aufgebaut. Der Umzug mit seinen Bildern der Geschichte sowie ein großes Feuerwerk zum Abschluss machten alles zu einem unvergesslichen Erlebnis. Eine schwedische Fußballmannschaft lud unsere Mannschaft nach Schweden ein. Die Fahrt im Juli war eine sehr schöne Sache. Ständig im Spielbetrieb waren zu dieser Zeit die D-Jugend durch Sportfreund Solle, Dietmar betreut, die C-Jugend durch Sportfreund Schmoranzer betreut und die A-Jugend durch den Sportfreund Hofmann, Rolf betreut. 1996 errang die A-Jugend den Kreismeistertitel. Leider konnte die Mannschaft die Aufstiegsspiele nicht aufnehmen, da 5 Spieler nach Saisonende die Mannschaft in Richtung 1.FC Weißenfels, Dehlitz und Großgörschen verließen. Im Spieljahr 1994/95 starteten 7 Lützener Mannschaften in den Punktspielbetrieb. Unter der Leitung von W. Hennicke erreichte die I. Mannschaft in der Kreisliga A einen 6. Platz. Die II. Mannschaft belegte in der Kreisliga B den 10. Platz. Im Jugendbereich waren wir mit einer E-, einer D-, einer B- und einer A-Jugend im Spielbetrieb. Höhepunkt des Jahres war ein stark besetztes Männerturnier, welches wiederholt am Pfingstsonnabend als RAID-Wanderpokalturnier durchgeführt wurde. Gewinner war diesmal der der VfB Neuköln Berlin. Das Spieljahr 1995/96 war im Männerbereich geprägt von mittelmäßigen Leistungen. So kam in der Kreisliga unsere 1. Mannschaft nicht über den 8. Platz hinaus. Die 2. Mannschaft erreichte in der 1. Kreisklasse einen schmeichelhaften 3-letzten Platz und schrammte knapp am Abstieg vorbei. Im Jugendbereich kamen die D- und die C-Jugend nicht aus dem letzten Tabellendrittel heraus, wo hingegen die B-Jugend den 6. Platz belegte. Der 3. Raid-Cup fand am 25.5.1996 mit 8 Mannschaften statt, welcher am Ende seinen Sieger mit dem SV Stern Britz Berlin fand. Leider zeigten die Berliner Sportfreunde eine sehr unsportliche Einstellung, indem sie schon auf dem Platz aggressiv waren und dann in der Umkleidekabine einen Feuerlöscher auslösten sowie in der Pension „Zum Schwan“ in Rippach Schäden hinterließen. Es wurde festgelegt diese Mannschaft nicht wieder einzuladen. Die Alte-Herrenmannschaft unternahm eine Österreichfahrt, die über mehrere Tage ging. 1996/1997 wurde eine 1. und 2. Herrenmannschaft eine D-, eine C- sowie eine A-Jugendmannschaft in den Spielbetrieb geschickt. In dieser Saison zeigte sich die 1. Männermannschaft ausgeglichen. Die verjüngte 1.Mannschaft zeigte mehr Stabilität als im vorangegangenen Spieljahr, da ja ein Spieler Weise, Jörg und Beyer, Frank nicht kurzfristig vollwertig ersetzt werden konnten. Langendorf wurde Kreismeister und stieg in die Landesklasse auf. Unsere Lützener belegten den 5. Platz. Michael Fleischer und Heiko Lorenz und im Tor Jäger, Heiko waren einmal mehr Garanten für gewonnene Spiele. Die 2. Mannschaft spielte mal wieder eine Zittersaison. Es wurde aber trotzdem Platz 6 erreicht. Im Nachwuchsbereich belegte die A- und die D-Jugend das letzte Tabellendrittel, während die C-Jugend Platz 5 erreichte. Erstmals wurden wieder für alle Nachwuchsmannschaften Turniere durchgeführt. Für die Saison 1997/98 hatte sich die 1. Mannschaft, weiterhin unter dem Trainer Lorenz, Heiko, ein ehrgeiziges Ziel gesetzt, nämlich in der Vergabe um den Kreismeistertitel ein Wörtchen mitzureden. Dementsprechend war auch die Saisonvorbereitung und die Einstellung auf die Punktspiele ausgerichtet. Spielertrainer Heiko Lorenz verstand es gut, die jungen Leute zu führen und zu einem kollektiven Leistungsträger zu formen. So waren die Auftaktsiege gegen Nessa und dem Titelaspiranten Zorbau eine wesentliche Grundlage für die gute Moral der Mannschaft. Mit weiteren Siegen wie Rot Weiß Weißenfels II, Uichteritz und vor allem Trebnitz konnte der Herbstmeistertitel errungen werden, wenngleich dies nur für den Statistiker von Wert ist. Wichtiger war die Frage, wie die Mannschaft mit diesem Tabellenplatz die Rückrunde überstehen wird. Denn die vermeidlich schwachen Gegner aus den kleineren Dörfern sind oftmals die Stolpersteine auf dem Weg zum Titel. So war es dann auch das Unentschieden gegen Jaucha, was die Tabellenführung kostete. Dann unbeeindruckt, spielte unsere Elf die Spiele und erreichte in 29 Spielen 69 Punkte, was gleichzeitig den Kreismeistertitel 1997/98 einbrachte. Damit war nach 7 Jahren erneut ein Aufstieg, nämlich in die Landesklasse, geglückt.

 

Die erfolgreiche Mannschaft 1997/98

v. l. stehend: Danny Thärigen, David Fuchs, Daniel Grunert, Spielertrainer: Heiko Lorenz, Olaf Stiehler, Karsten Christoph, Rene Krobitzsch, Tilo Lemmnitz, Michael Fleischer, Betreuer: Uwe Barth, Thomas Langner

v. l. knieend: Ronny Peisker, Sebastian Kittel, Sven Schmiedel, Karsten Ehret, Heiko Angeli, Andreas Baum liegend: Heiko Jäger

 

Aber auch unsere II. Mannschaft erreichte in dieser Saison eine ausgezeichnete Platzierung in der 1. Kreisklasse. Mit einem ungefährdeten 4. Platz schöpfte sie ihre Potenzen aus. Im Nachwuchsbereich spielten die A-, 1. C-, 2. C- und eine D- Jugend. Neben den Punktspielen absolvierten die Mannschaften auch immer wieder Turnierspiele bei den unterschiedlichsten Vereinen. Lützen war ein gerngesehener Gast.

 

1999 bis 2009

Für die Saison 1998/99 galt es nach dem Gewinn des Kreismeistertitels die Karten neu zu mischen, obgleich für die einzelnen Mannschaften, besonders für die Landesklasse Staffel 9 aufgestiegene 1. Mannschaft, keine neuen Leistungs-träger neu verpflichtet werden konnten. Die A- Jugendmannschaft wurde nicht mehr gemeldet, da die Spieler fehlten. Dafür kam eine E- Jugend dazu. So gingen in das Spieljahr nachstehende Mannschaften 2 Männermannschaften, B-, C-, D- und eine E- Jugendmannschaft. Als Freizeitmannschaften spielten eine AH- und eine Kleinfeldfrauenmannschaft. Eine nicht leichte Saison stand vor den Spielern, Übungsleitern und Funktionären der Eintracht, zudem noch die Entscheidung gefallen war, einen Sozialtrakt mit 4 Umkleidekabinen, 2 Duschräumen, 2 Schiedsrichterräumen und einem Klubraum an die bestehenden Gebäude anzubauen. Verfolgen wir vor allem die Entwicklung der 1. Mannschaft. Es galt von nun an mit Mannschaften aus den Kreisen Merseburg, Zeitz und Weißenfels die Kräfte zu messen. Nach vier Punktspielen lag man auf dem 4. Platz und in Folge der Spiele lag man immer zwischen Platz 9 und 12. Es konnte im Niveau mitgehalten werden. Auf Grund der dünnen Spielerdecke waren Gelbe und Gelb-Rote Karten für die Mannschaft sehr belastend. Zu dieser Zeit hatten Heiko Lorenz sowie Willfried Hennicke das Sagen. Auch im Spiel 2000/2001 waren diese beiden verantwortlich und konnten die Klasse halten. Im Vorfeld des Spieljahresende zeigten beide an, dass sie die Mannschaft abgeben wollten, um gemeinsam eine junge Nachwuchsmannschaft zu übernehmen. Doch im Mai gab Sportfreund Lorenz an, dass er ganz ausscheiden wolle, um die Mannschaft des Meuchener SV zu übernehmen. Das war natürlich eine gelungene Überraschung, doch man musste die Entscheidung akzeptieren. Für das Spieljahr 2001/2002 wurde Erhardt Henze aus Tagewerben für die Leitung der Mannschaft gewonnen. Es stellte sich doch eine gewisse Stabilität ein, sodass wir am Jahresende keine Abstiegssorgen haben mussten. 2002/2003 hatte Erhardt Henze die Mannschaft bis zum Winter. Nach den Hallenmeisterschaften kam es zu Differenzen zwischen der Mannschaft sowie dem Übungsleiter, die dazu führten, dass im Januar der Übungsleitervertrag zwischen dem Verein sowie Sportfreund Henze in beiderseitigem Einverständnis gelöst wurde. Ab der 2. Halbserie leitete Olaf Stiehler das Training und stellte die Mannschaft ein. 2003/2004 übernahm Jens Uwe Buss aus Großgörschen kommend die Mannschaft. Zum Ende des Spieljahres wurde auf Grund der letzten gewonnenen Punkte die Klasse gehalten. Im Spieljahr 2004/05 fungierte weiterhin J. U. Buss als Übungsleiter der I. Mannschaft. Im Herbst kam es aber zu Auseinandersetzungen innerhalb der Mannschaft. Daraus resultierend verließen Buss, Schneller, Schindler, Liedemann sowie Seume den Verein in Richtung Nempitz. Es war dadurch eine derbe Schwächung der Mannschaft entstanden. Es übernahm Axel Naumann mit Michael Fleischer die Mannschaft. Doch Naumann bat bereits um eine Verstärkung und es wurde für die Saison 2004/05 der ehemalige A- Jugendtrainer Michael Barthel zugestellt. Im Frühjahr verabschiedete sich Naumann von der Trainerfunktion und im Alleingang schaffte Michael Barthel den Klassenerhalt. Auch er signalisierte, dass er für die neue Saison nicht zur Verfügung stehen würde. So wurde für die Saison 2006/07 ein neuer Trainer verpflichtet. Jan Schade übernahm als junger Mann aus Nessa die Mannschaft, aber er schaffte keine drei Monate im Amt zu bleiben, denn er hatte eine außergewöhnliche Art die Mannschaft anzusprechen und einzustellen. Die Mannschaft übernahm danach Michael Fleischer und als Betreuer altbewährt Uwe Barth. Sie schafften am Ende doch den Klassenerhalt. Im Spielbetrieb waren die A- Jugendmannschaft, die als Spielgemeinschaft Lützen/Muschwitz/ Reichardtswerben am Ende den Kreismeistertitel sowie den Pokal gewannen. Die Variante wurde gewählt, da nur wenige Spieler zur Verfügung standen. Gespielt wurde eine Serie in Muschwitz und eine in Reichardtswerben. Auch die erste und zweite D-Jugend gingen als Spielgemeinschaft in die Punktspiele. Auch die erste D-Jugendmannschaft wurde Kreis- und Pokalsieger. Sie wurde von Hennicke, Willfried und Axel Naumann geführt. Weiterhin spielte eine B- Jugend, geführt von Thomas Heiler sowie eine F- Jugend, die von Karl Ehret trainiert wurde. Im Jahr 20007/08 führte Jens Uwe Buss, zurückgekehrt aus Nempitz die erste Mannschaft und er schaffte den Klassenerhalt nicht wieder, da doch entsprechendes Spielermaterial fehlte. Die II. Mannschaft ging mit Andreas Baum und Heiko Angeli in den Punktspielbetrieb. Es war klar, dass im Spieljahr 2008 beim Abstieg aus der Landesklasse der Gang in die Kreisoberliga, die nach der Kreisreform im Jahr 2007 neu gebildet wurde, erfolgt. Im Spieljahr 2008 ging es in die Kreisoberliga, die aus den Kreisen Zeitz, Naumburg und Weißenfels als Kreisoberliga Burgenland gebildet wurde. Die II. Mannschaft spielt in der Kreisliga. In den vergangenen Jahren waren von der G- Jugend bis zur A- Jugend laufend Mannschaften im Spielbetrieb. Seit 2007 besteht in Lützen ein Nachwuchszentrum „Regio Lützen“, welches in Zusammenarbeit mit der Jugendfußballakademie „Saaletal-Oberfranken“ gebildet wurde. In zwei Gruppen trainieren zu je fünfzehn Kindern unter Übungsleitern der Fußballakademie freitags. Entgegen kam uns auch die Fertigstellung der neuen Sporthalle auf dem Schulgelände. Sie wurde 2007 an der Stelle der alten Halle gebaut. Leider hat die Halle nicht die Spielfeldmaße, wie sie für Hallenturniere auf Meisterschaftsebene notwendig wären. Schwer lastete im ersten Jahr die Betriebskostenbeteiligung auf dem Verein. In einem Gespräch mit dem Stadtoberhaupt Herrn Reichel konnte die Betriebskostenbeteiligung auf 1500 € gesenkt werden. Schwer lastet auch die Großkreisbildung seit 2007 auf den Finanzen, besonders der Abt. Fußball, da im Nachwuchs sowie im Herrenbereich Fahrten bis 60 Km notwendig sind. Seit 2008 besteht zudem die Frauenburgenlandliga, wo eine Frauenmannschaft auf Kleinfeld aus unserem Verein um Punkte spielen. 2008/09 begann die Saison für die erste Mannschaft mit Jens- Uwe Buss und Uwe Barth. Die II. Mannschaft mit Heiko Angeli und Andreas Baum als Betreuer. Nach zweimonatigen erfolgloser Arbeit trennte sich die Mannschaft vom Trainer J.- U. Buss und Heiko Angeli übernahm die I. Mannschaft. Als Nachwuchsleiter konnte ab dem Jahr 2007/08 Jan Schneller gewonnen werden. Im Spieljahr 08/09 sind eine G- Jugend, eine F- Jugend, eine E- Jugend, eine C- Jugend als Spielgemeinschaft mit Großgörschen auf Kreisebene und eine A- Jugend auf Landesebene im Spielbetrieb.

 

2009 bis 2019

Im Jahr 2009 begingen wir unser 90 jähriges bestehen. Aus diesem Anlaß führten wir ein Nachwuchsturnier durch und luden unsere Sponsoren zu einer Dankeschön Veranstaltung ein. Um mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit zu erreichen konnte Sportfreund Rainer Stark für diese Aufgabe gewonnen werden. Neben Artikeln in der Mitteldeutschen Zeitung gestaltetet er mit Torsten Böttcher eine vereinseigene Homepage. Unsere 1. und 2. Mannschaft reiste mit ihren Familien in der Winterpause nach Klingenthal und nahm an dem Indoor-Soccer-Cup teil. In der Vorrunde blieb man ungeschlagen und qualifizierte sich am 2. Tag für die Endrunde wo es dann mit einem 4. Platz zu Ende ging. Neben den zwei Männermannschaften, einer Frauenmannschaft   nahmen noch 4 Nachwuchsmannschaften in der Saison 2008/09, A-;C-;E- und F-Jugend, am Spielbetrieb teil. Die größten Erfolge erzielte die F-Jugend, Trainer Jan Schneller. Sie wurden im abgelaufenen Spieljahr Kreismeister und Pokalsieger.

 

F-Jugend

http://www.eintracht-luetzen.de/Archiv/saison%2008-%2009/mannschaftpokg.JPG

unsere Mannschaft: hinten von links: Jannik Littmann, Maximilian Ertl, Lukas Müller, Nicolas Baum, Max Stiehler, Moritz Böttcher, Trainer Jan Schneller

vorn von links: Nick Kalensee, Hannes Felker, Jonas Herrmann, Liam Angeli, Janvier Tober, Alvaro Burkhardt, Max Dohm

liegend: Dustin Knapps

 

Toller Erfolg für unseren Verein. Jonas Herrmann erzielte insgesamt 79Tore bei der F-Jugend und wurde Torschützenkönig in seiner Altersklasse. Im folgendem Spieljahr konnte Katrin Kappler als Übungsleiter gewonnen werden, sie betreute unsere Bambinis mit viel Leidenschaft. Die F-Jugend wurden von Rene Krobitzsch übernommen, ansonsten gab es keine Veränderungen im Trainerteam. In den Tabellen sprangen im abgelaufenen Spieljahr 2009/10 mittlere Platzierungen heraus. Den größten Erfolg erzielte die Frauenmannschaft mit einem 3. Platz bei der HKM Burgenlandkreis. Die Frauen wurden betreut von Wilfried Hennicke. Die D-Jugend, Trainer Karl Ehret, nahmen an der Mini WM in Mertendorf teil. Sie starteten unter der Slowakei und scheiterten im Achtelfinale knapp mit 1:0 gegen die Niederlande (SV Nietleben). Auch unsere E-Jugend hat an der 1. Mitteldeutschen Kids-Weltmeisterschaft teilgenommen und kam über die Vorrunde nicht hinaus.

Im nächsten Spieljahr 2010/11 konnte unsere 1. Mannschaft unter Trainer Heiko Angeli den 3. Platz belegen. Als Mannschaftsbetreuer stand Tino Barein ihm zu Seite. Nur Laucha und Spora waren besser. Die 2. Mannschaft war nicht so erfolgreich, erreichte nur 6 Punkte und belegte den letzten Platz in der Tabelle. Dadurch mußte sie von der Kreisliga in die Kreisklasse absteigen. Anders sah es bei der Frauenmannschaft aus. Sie wurden in diesem Spieljahr von den Trainerteam Sebastian Blanke und Christian Neef betreut. In der Halle gewann man die Hallenkreismeisterschaft, belegte den 3. Platz in den Punktspielen und die Krönung war der Pokalsieg im Burgenlandkreis. Das Endspiel wurde in Meuchen ausgetragen gegen TSV Großkorbetha. In der 57. Minute gelang Jaqueline Wilhelm mit einem Fernschuß das goldene Tor. Danach war der Jubel riesengroß und es wurde ordentlich gefeiert.

Spieler hinten von links: Michelle Wilhelm, Juliane Riedich, Yvonne Frühwirth, Melanie Rother, Melanie Heinrichs, Nadine Ulbrich, Jacqueline Wilhelm, Daniel Winter, Trainer Sebastian Blanke

vorn von links: Julia Hoffmann, Mandy Bieler, Yvonne Berthold, Clara Groß, Dominique Senne

Beim erstenmal ausgetragenen Pfingstturnier konnte bei den Frauen unsere SpG Lützen/Muschwitz einen zweiten Platz belegen. Im Nachwuchsbereich hatten wir außer einer A-Jugend in allen Altersbereichen eine Mannschaft gemeldet. Auch hier gab es ein paar Erfolge zu verzeichen. Die B-Jugend, unter dem Trainer Tino Hempel, kam auf den 3. Tabellenplatz und erreichte das Pokalfinale. Auch die D-Jugend als SpG Lützen/Zorbau belegte nach Abschluß der Punktspiele den 3. Tabellenplatz und wurde Pokalsieger nach einem 5:3 Sieg gegen den 1. FC Zeitz. Trainiert wurde die Mannschaft von Nico Plattig und Karsten Ehret. Auch die E-Jugend, betreut von Jan Schneller, schaffte einen hervorragenden 2. Platz. Im F-Jugend Bereich starteten wir sogar mit zwei Mannschaften einer F1, geführt von Karl Ehret und einer F2, Trainer Rene Krobitzsch. Sie belegten den 1. und 6. Platz in Ihrer Staffel. Bei der Endrunde erreichte dann die F1 den 2. Platz im Burgenlandkreis. Unsere kleinsten Kicker, die Bambinis, beteiligten sich an verschiedenen Turnieren und wurden wieder von Katrin Kappler geführt.

Zum Saisonabschluß hatten wir noch eine Highlight zu bieten. Über den Kontakt von Marco Ziermann wurde ein Freundschaftsspiel zwischen unserer 1. Mannschaft und den FC Ca Zeiss Jena vereinbart. Jena spielt in der 3. Bundesliga und hat die Saison auf dem 14. Platz beendet. Wir spielen ein paar Klassen tiefer in der Kreisoberliga und hatten mit dem 3. Platz für uns einen hervorragenden Platz belegt.

Dieses Spiel war auch Anlass unseren langjährigen Kapitän Michael Feischer zu verabschieden. Es war ein Abschied mit Gänsehaut so stand es in der MZ vom 27.06.2011. Hier Auszüge aus dem Bericht der Mitteldeutschen Zeitung:

"Als der Lützener Kapitän unter Applaus den Platz verließ, sah es im Freundschaftsspiel zwischen FC Carl Zeiss Jena und dem TSV Eintracht Lützen nicht so schlecht aus: 8:0 nach 70 Minuten. Das wäre ein schönes Ergebnis für die sechs Klassen niedriger spielenden Gastgeber geworden. Aber in den letzten fünf Minuten landete der Ball noch fünf Mal im Netz. So endete das Match 14:0. Für Kapitän Michael Fleischer war das Ergebnis zweitrangig. "Spiel und Verabschiedung waren Gänsehaut pur", erklärte er. Für ihn war es der letzte Einsatz als Aktiver. In den 17 Jahren in der Mannschaft schoss er hunderte Tore. Nachwuchstrainer Karsten Ehret ließ es sich nicht nehmen, dem 35-Jährigen Granschützer per Mikrofon für sein jahrelanges Engagement "auf und neben dem Platz" zu danken. Auch Trainer Heiko Angeli sagte, ein Abschiedsspiel dieser Art sei etwas ganz Besonderes."

Den Kontakt zum Drittligisten Carl Zeiss Jena hatte Marco Ziermann hergestellt. Er trainiert nämlich sowohl in Jena den Nachwuchs als auch seit vier Jahren einmal in der Woche fußballbegeisterte Kinder im Projekt "Regio Lützen". Vor einem Jahr hätten die Planungen für die Begegnung begonnen, erklärte Angeli. Am Sonnabend war es soweit: Mit Kinderturnieren begann der Jena-Tag von Lützen und mit der Partie zwischen dem Dritt- und dem Kreisoberligist endete er.